Räder und Reifen:Non-RFT

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Aufgrund des merklich schlechteren Fahrkomforts der RFT-Reifen (Runflat, SST) kommt oft die Frage auf, ob man stattdessen auch Non-RFT-Reifen verwenden kann. Viele Fahrer berichten von einer Verbesserung des Fahrkomforts, speziell bei kurzen Stößen. Man kann das auf die Spitze treiben, indem man größere Reifen als normal verwendet.

BMW empfiehlt zwar die Verwendung von Non-RFTs nicht, aber gerade in letzter Zeit werden auch beim E9x wieder Ausstattungen mit Non-RFTs angeboten. Das entkräftet zum Teil auch die Aussagen dahingehend, dass die Sicherheit des Fahrwerks bei Verwendung von Non-RFTs nicht gegeben sei, weil diese "zu weich" seien - bei einigen Händlern waren derlei Auskünfte wohl eher dem Gewinnstreben als der Sorge um die Sicherheit der Kunden geschuldet. Zwar ist es richtig, dass die Federn und Dämpfer wegen der härteren Stöße aufgrund der härteren Reifenflanken stärker ausgelegt sind, dennoch kann man ohne Bedenken Non-RFTs verwenden - und zwar mit dem selben Luftdruck wie RFTs.

Oft wird in diesem Zusammenhang auch gefragt, ob die seitens BMW für RFTs verwendeten EH2+ Felgen auch mit Non-RFT-Reifen verwendet werden können. Die Antwort ist ja.

EH2+ Felge EH2+ Felge

Zitat (Quelle):

Die Extended Hump Felge (EH2)

unterstützt durch ihre spezielle Ausformung den Stabilitätseffekt dieses Rad-Reifen-Systems.
Erkennungsmerkmal der EH2-Felgen sind die geänderten Humps (engl.= Höcker/Hügel); sie wurden
an beiden Seiten der Felge weiter nach innen verlegt und höher ausgeführt.

Das Tiefbett der Felge wanderte ebenfalls um einige Millimeter nach innen und wurde etwas tiefer.
So wird verhindert, dass der Reifen auch in luftlosem Zustand von der Felge springt.

Durchmesser, Winkel, Radien und Reifenaufsitz der EH2-Felge sind identisch mit herkömmlichen Felgen
und damit hundertprozentig kompatibel mit den bisherigen Normalreifen. Damit bietet auch die
Kombination aus EH2-Felge und Normalreifen einen – wenn auch geringeren – Sicherheitsgewinn für
den Fahrer.

Allerdings kann bei Normalreifen, je nach Flankenhöhe des Reifens, ab einem Luftdruck von
ca. 0,3-0,6 bar trotz EH2-Felge das Abspringen des Reifens nicht mehr verhindert werden. In diesem
Fall ist der Druckverlust auf Grund des platten Reifens auch mit bloßem Auge wieder erkennbar.

Das bedeutet, eine EH2 oder EH2+-Felge kann jederzeit auch mit einem Non-RFT-Reifen verwendet werden. Umgekehrt geht das auch, allerdings besteht ein Restrisiko, dass im Fall eines plötzlichen Druckverlusts (ein schleichender würde ja durch das RDKS signalisiert) der Runflat-Reifen von der H2-Felge springt.


Rechtlich ist die Verwendung von Non-RFTs natürlich zulässig. Weder StVO noch StVZO kennen den Begriff überhaupt.

Mitführpflicht von Reifenpannensets

Da in neueren BMWs kein Platz mehr für ein Reserverrad ist, empfiehlt es sich jedoch, ein Reifenpannenset mitzuführen - obwohl auch das keineswegs vorgeschrieben ist.

Um diese Diskussion gleich vorwegzunehmen: Es gibt immer wieder das Argument, dass ein Liegenbleiben wegen fehlendem Reserverad auf der Autobahn mit einem Bußgeld belegt sei, wie z.B. bei einem leeren Tank.

Das ist aber nicht richtig, weil ein Verstoß gegen §18 Absatz 8 StVO unter Ziffer 84 Bußgeldkatalog nur bei Vorsatz oder Fahrlässigkeit geahndet wird. Zur Fahrlässigkeit rechnet man die mangelnde Vorbereitung auf vorhersehbare Ereignisse wie ein sich leerender Tank, nicht aber Notfälle oder Defekte am Fahrzeug, darunter auch platte Reifen. Simple Analogie: Gegen Reifenplatten als unvorhersehbares Ereignis gibt es sogar Versicherungen, gegen einen leeren Tank wohl eher nicht.

Übrigens: Nehmen wir an, man bleibt mit leerem Tank auf der Autobahn liegen. Ein vorhandener Reservekanister berechtigt eben trotzdem nicht zum Halt auf dem Seitenstreifen. Man hat in diesem Fall die erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen, rechtzeitig nachzufüllen, und damit fahrlässig gehandelt.

Analog würde ein vorhandenes Reserverad ggf. auch nichts bringen, denn anhalten müsste man ja in jedem Fall. Das führt die Behauptung, man müsse immer ein Reserverad oder ein Reifenpannenset dabei haben, wenn man Non-RFTs fährt, um ein Bußgeld abzuwenden, vollkommen ad absurdum: Wäre ein Liegenbleiben bei einer Reifenpanne ein Tatbestand, der mit Bußgeld belegt ist, würde das Vorhandensein eines Reserverads ebensoviel bringen, wie ein Reservekanister bei leerem Tank: nämlich nichts.

Entscheidend für die Frage eines Bußgelds für Liegenbleiben wegen eines platten Reifens ist aber die Vorhersehbarkeit - und die ist anders als beim leeren Tank nicht gegeben. Ergo: Es gibt kein Bußgeld, weil es am Vorsatz bzw. an der Fahrlässigkeit mangelt.


Sysadm 14:22, 11. Jul. 2009 (UTC)