Bremsen:Abnutzung

Aus BMW Wiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

In BMW-Foren taucht relativ häufig die Frage auf, weshalb die hinteren Bremsbeläge (und auch Reifen) beim E9x schneller verschleißen als die vorderen. Es gibt immer wieder Mutmaßungen darüber, dass es durch die Bremseingriffe des DSC passiert, besonders bei stärker motorisierten Fahrzeugen oder Dieseln.

Natürlich werden einseitig durchdrehende Räder mittels Bremseingriff ausgeglichen, aber das geschieht bei annähernd Schrittgeschwindigkeit und ist nicht der Grund für die Abnutzung der hinteren Beläge. Aufgrund der hecklastigen Bremsbalance des E9x sind die hinteren Beläge oft schneller verbraucht als die vorderen, insbesondere, wenn man nicht immer Vollbremsungen macht. Bei mir hat sich z.B. aufgrund des Sperrdifferentials daran nichts Wesentliches verändert, obwohl das DSC jetzt kaum mehr eingreift.

Die Berichte von hinten schneller abnutzenden Belägen stammen auch keineswegs nur von Fahrern größerer Motorisierungen.

Warum die hecklastige Bremsbalance?

Früher galt die Regel, dass die vorderen Bremsen stärker belastet werden als die hinteren, weil durch den Gewichtstransfer vorne höhere Kräfte wirken.

Wenn man die maximale Bremswirkung haben will, muss man die Bremskraft natürlich so verteilen, dass alle Räder sich gerade noch drehen. Früher wurde das mit einem mechanisch gesteuerten Bremskraftverteiler gemacht, der gemessen hat, wie stark der Wagen vorne und hinten einfedert und dann z.B. bei einer Vollbremsung vorne die größere Bremskraft eingesetzt hat. Das gilt zumal bei Fahrzeugen, die anders als ein BMW auf der Vorderachse von vornherein das höhere Gewicht haben, z.B. die meisten Fronttriebler.

Heutzutage erfolgt diese Regelung beim ABS elektronisch mit Hilfe der Radsensoren und zwar sogar pro Rad getrennt, nicht nur pro Achse.

Solange man also noch nicht in dem (Grenz-)Bereich ist, wo man zwangsweise die Bremskraft an einem Rad bzw. einer Achse reduzieren muss, kann der Hersteller softwaregesteuert die Bremskraft nahezu nach Belieben verteilen. Und aus Komfort- und Sicherheitsgründen hat BMW offenbar beim E9x in diesen Fällen eine relativ hecklastige Bremsbalance gewählt. Dadurch gibt es erst bei stärkeren Bremsungen eine Tauchneigung. Der Wagen senkt sich zwar insgesamt ab, neigt sich aber weniger nach vorn. So wird z.B. die Hinterachse bei späten Anbremsmanövern nicht so leicht und das Fahrzeug bleibt beherrschbarer.

Tatsache ist, dass bei bestimmten Motorisierungen des E9x die hinteren Scheiben sogar größer dimensioniert sind als die vorderen, z.B. 325d: VA 330 x 24 mm, HA 336 x 22 mm (außer bei Behördenfahrzeugen).

Das bedeutet für Normalbremser, dass die hinteren Beläge eher abgenutzt sind als die vorderen. Ein "Kampfbremser" hat natürlich auch beim E9x vorne mehr Abrieb, das gebietet die Physik.

Warum halten die Bremsen nur so kurz?

Der (frühe) Austausch von Bremsen kann die unterschiedlichsten Gründe haben und muss keineswegs immer auf "Heizen" zurückzuführen sein. Besonders bei Automatikfahrzeugen wird der Hauptteil des Abbremsens mit der Bremse erbracht (bei Schaltern kann der Fahrer vor Haltepunkten herunterschalten und mit dem Motor bremsen).

Bei meinem Fahrzeug wurde z.B. beim 15.000km-Service festgestellt, dass die vorderen Scheiben Riefen hatten, deshalb hat BMW sie kulanterweise getauscht. Die hinteren Bremsen quietschen gerne (einseitig, das ist dann oft der Belagfühler), weshalb die Beläge inkl. Fühler bei mir nach ca. 28.000km getauscht wurden, obwohl sie noch nicht abgenutzt waren.

Noch dazu kommt, dass die :) nur allzu gerne mit den Belägen gleich die Scheiben tauschen - das kann man in diversen Foren nachlesen.


Sysadm 10:47, 3. Jul. 2011 (UTC)